Gedanken rund um Marketing, E-Business und deren Einflüsse auf unser tägliches Leben.

„Tu Gutes und sprich darüber“

Dieser Spruch fiel am gestrigen 1. Oberösterreichischen Karriereforum des Öfteren. Eigentlich ist dieses Zitat ja geklaut von Walter Fisch, einem KPD-Politiker in den 50er Jahren, doch scheint er heute noch genauso aktuell zu sein wie damals.

Im wunderschönen Ambiente des Kaufmännischen Palais Linz drängelten sich gestern die Big Player der österreichischen Industrie nebst Unternehmensberatern, Coaches und Marketingspezialisten wie Michael Kohlfürst, Dr. Andreas Auinger oder Sabine Rohrmoser. Das Publikum schien sehr gemischt, von Unterstufen-Ausflüglern in kurzen Shorts und Kapuzenpullover samt Lehrerin bishin zum Anzugträger war alles vertreten. Ich wählte natürlich den Mittelweg und lies die Lehrerin zu Hause.

Eröffnet wurde die Vortrags-Rallye mit dem Karrieretalk zum Thema „Xing & Co.: Sind soziale Netzwerke Fluch oder Segen für Ihre Karriere?“zwischen Michael Kohlfürst (Marketing-Spezialist), Mag. Andrea Starzer (Karrierecoach und HR-Verantwortliche bei SkiData), Andreas Fackler (Unternehmensberater) und Mag. Walter Reisenzein (Karriereberater). Es war interessant, ein paar Aspekte der „anderen“ Seite kennen zu lernen – wie sehen Personaler das eigentlich? Wird man als Bewerber wirklich durchleuchtet bis auf Mark und Bein? Die Antwort darauf ist sehr beruhigend – nämlich nein. (Nicht, dass ich was zu verbergen hätte…) Starzer zeigte, dass den meisten HR-Beauftragen weit nicht die Zeit bleibt, jeden Kandidaten auf Google zu suchen, oder sich durch Facebook-Fotos zu klicken. Viel wichtiger ist es, authentisch zu sein. Nichts vorzugeben, was man nicht ist und vor allem, sich selbst im Fokus zu behalten. Und falls doch einmal – nennen wir es – weniger vorteilhafte Fotos im Internet auftauchen, dürfen wir nicht vergessen, dass auch Personaler einmal jung waren (nichts für ungut!) und solche Dinge einfach zum Leben & Erwachsenwerden gehören. Diese Ausnahmen sollten sich jedoch nicht wie ein roter Faden durch die Internet-History ziehen. Was mich faszinierte: Lt. Starzer ist der durchschnittliche Mitarbeiter bei Skidata 10,6 Jahre im Unternehmen. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen!

Nach dem ersten, sehr gelungenen Vortrag widmete ich mich ein wenig den Ausstellern. Anzutreffen waren alte Bekannte wie Voest Alpine, Siemens, KPMG und Hofer, jedoch nichts Neues, keine Unternehmen, die ich nicht schon von anderen Messen gekannt habe. Irgendwie fehlte mir die frische Brise.

Deswegen auf zum nächsten Programmpunkt:  „2.0 Fit für Job und Karriere? Die Marke ICH im Internet!“. Genau, was ich jetzt brauche. Falsch gedacht. Der Vortrag war sehr gut recherchiert und präsentiert, allerdings fand ich mich nicht recht in der Zielgruppe wieder. Forciert wurde vor allem Xing als Karrierenetzwerk, dessen Funktionen und was man damit erreichen kann. Nun, schließe niemals von dir auf andere, auch das hab ich gelernt, denn dem eifrigen, stenografieähnlichen Notizen meiner Sitznachbarn zufolge, ist Xing noch keine Selbstverständlichkeit im Social Web. Auch auf Twitter und Blogging wurde eingegangen. Als meine Gedanken nun schon bei den 20 % Rabatt bei Douglas hängengeblieben waren, fiel ein Schlagwort, das mir im Zusammenhang mit Karriere noch gar nicht in den Sinn gekommen ist. YouTube. Ein eigener YouTube-Kanal als Karrieresprungbrett? Für mich äußerst fraglich. Also wieder zurück zu Douglas und den nächsten Vortrag abwarten.

Nämlich „Karrierestrategien für Young Professionals“ mit Live-Coaching. Hier ging es vordergründig um Zielfindung – womit ich zum Glück keine Probleme habe. Das Live-Coaching erwies sich nun als eher langatmiger Dialog zwischen Referent und „Referierte“. Dies wurde meiner Ansicht nach noch unterstrichen durch die absolute Ziellosigkeit der Probandin. Auf die Frage, warum die Entscheidung auf das Studium BWL fiel, keine Antwort. Ebenso wenig Antwort zum Thema, was denn die Fächer wären, die sie am meisten interessieren würden. Und schon wieder der Klang in meinen Ohren: Schließe niemals von dir auf andere.

Daraufhin gönnte ich mir noch einen Kaffee in der Karrierelounge und verbrachte den späten Nachmittag bei -20 % und Douglas.

Fazit: Das Karrierforum bietet ausgezeichnete Möglichkeiten, mit großen Unternehmen der Industrie in Kontakt zu treten, und das etwas ungezwungener als im klassischen Bewerbungsgespräch. Die Vorträge waren gelungen präsentiert und recherchiert, jedoch für mich nicht ganz passend. Aja, und der Mittagstisch im „Josef“ fiel auch eher bescheiden aus, was wohl der Kellnerin lag, die wohl auch ein Coaching nötig hätte.

War jemand von euch im Karriereforum vertreten? Vor allem würde mich interessieren, was ihr von YouTube als zusätzlichen Karriere-Kanal hält!

Liebe Grüße & ein schönes Wochenende!

Kathi

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Kommentare zu: "Karriereforum 2011 Linz – Stelldichein der Big Player" (3)

  1. Hallo Kathi,

    vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast über das Karriereforum und über den Vortrag von Andrea Starzer und mir zu schreiben.

    YouTube ist fürwahr ein schräger Ansatz für das Karrierecoaching und genau darin liegt der Vorteil – weil es so gut wie keiner macht. Stell dir vor, man gibt deinen Namen bei Google ein und dann erscheint ein Video in welchem du vorkommst.

    In USA ist es beispielsweise normal sich als Frewilliger zu melden. Da kommt es dann immer wieder vor, dass man auch in einem Video landet. Das wäre doch gut für deine Reputation – oder?

    Oder du kannst etwas so gut (wie deinen Blog) und schreibst nicht nur darüber sondern machst ein kleines Video udn ladest es in deinem Kanal hoch. Oder du sammelst andere Videos auf YouTube in welchen du vorkommst in deinem Kanal und man findet dich wiederum wenn man seine Software Infos über dich suchen lässt.

    Das Problem besteht bei Videos wie jenen der Oberösterreichischen Nachrichten welche man in YouTube, Facebook … nicht anführen kann – sondern nur die URL der Seite auf welcher das Video ist. Weiters werden Video oftmals so schlecht getagged, dass man damit auch nur schlecht auffindbar ist. Darum nochmals zusammengefasst.

    1. wenn du ein Video auf YouTube findest wo du gut drauf bist – füge es zu deinem Kanal hinzu
    2. lade selbst ein video hoch mit etwas das du besonders gut kannst um so zu zeigen, dass du es voll drauf hast

    Liebe Grüße, Michael

    • Hallo Michael,
      danke für dein Kommentar! Das freut mich sehr, ein Feedback aufs Feedback zu erhalten (sozusagen).

      Mich hat das YouTube Thema eben auch noch nicht ganz losgelassen und habe mich hier erstmal ein wenig in die Materie hinein begeben. (Video-Programme gesucht, natürlich Videos selbst schauen usw.)

      Und ich finde es mittlerweile eine tolle Idee, sich auf diese Weise zu präsentieren. Vor allem, weil man sich auch in natürlicher Umgebung ganz zwanglos präsentieren kann und nicht der Bewerbungssituation ausgesetzt ist.

      Persönlich habe ich wie gesagt noch keine derartigen Erfahrungen. Ein Freund von mir hatte vor etwa einem halben Jahr eine Art „Selbstvermarktungskampagne“ für einen neuen Job gestartet inkl. Webseite, Facebookgruppe, Twitter usw. Aber leider kam hier derart wenig Response herein, dass ich momentan grade etwas zweifle, ob denn der richtige Zeitpunkt für so eine Aktion überhaupt schon gekommen ist.

      Noch einmal Danke für Deine Hilfe! Vielleicht treffen wir uns ja mal persönlich, spätestens am Karriereforum Linz 2012? 🙂

      Liebe Grüße
      Kathi

      ^CM

  2. Liebe Frau Hochrainer,

    danke für Ihr Feedback zur Veranstaltung.
    Ich hoffe es konnte dem Auditorium auch erfolgreich vermittelt werden, wieviel Potenzial im Bereich „Social Media“ steckt insbesondere in Hinblick auf neue Jobmöglichkeiten.

    Liebe Grüße aus Salzburg, Andrea Starzer.

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