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Karriereforum 2011 Linz – Stelldichein der Big Player

„Tu Gutes und sprich darüber“

Dieser Spruch fiel am gestrigen 1. Oberösterreichischen Karriereforum des Öfteren. Eigentlich ist dieses Zitat ja geklaut von Walter Fisch, einem KPD-Politiker in den 50er Jahren, doch scheint er heute noch genauso aktuell zu sein wie damals.

Im wunderschönen Ambiente des Kaufmännischen Palais Linz drängelten sich gestern die Big Player der österreichischen Industrie nebst Unternehmensberatern, Coaches und Marketingspezialisten wie Michael Kohlfürst, Dr. Andreas Auinger oder Sabine Rohrmoser. Das Publikum schien sehr gemischt, von Unterstufen-Ausflüglern in kurzen Shorts und Kapuzenpullover samt Lehrerin bishin zum Anzugträger war alles vertreten. Ich wählte natürlich den Mittelweg und lies die Lehrerin zu Hause.

Eröffnet wurde die Vortrags-Rallye mit dem Karrieretalk zum Thema „Xing & Co.: Sind soziale Netzwerke Fluch oder Segen für Ihre Karriere?“zwischen Michael Kohlfürst (Marketing-Spezialist), Mag. Andrea Starzer (Karrierecoach und HR-Verantwortliche bei SkiData), Andreas Fackler (Unternehmensberater) und Mag. Walter Reisenzein (Karriereberater). Es war interessant, ein paar Aspekte der „anderen“ Seite kennen zu lernen – wie sehen Personaler das eigentlich? Wird man als Bewerber wirklich durchleuchtet bis auf Mark und Bein? Die Antwort darauf ist sehr beruhigend – nämlich nein. (Nicht, dass ich was zu verbergen hätte…) Starzer zeigte, dass den meisten HR-Beauftragen weit nicht die Zeit bleibt, jeden Kandidaten auf Google zu suchen, oder sich durch Facebook-Fotos zu klicken. Viel wichtiger ist es, authentisch zu sein. Nichts vorzugeben, was man nicht ist und vor allem, sich selbst im Fokus zu behalten. Und falls doch einmal – nennen wir es – weniger vorteilhafte Fotos im Internet auftauchen, dürfen wir nicht vergessen, dass auch Personaler einmal jung waren (nichts für ungut!) und solche Dinge einfach zum Leben & Erwachsenwerden gehören. Diese Ausnahmen sollten sich jedoch nicht wie ein roter Faden durch die Internet-History ziehen. Was mich faszinierte: Lt. Starzer ist der durchschnittliche Mitarbeiter bei Skidata 10,6 Jahre im Unternehmen. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen!

Nach dem ersten, sehr gelungenen Vortrag widmete ich mich ein wenig den Ausstellern. Anzutreffen waren alte Bekannte wie Voest Alpine, Siemens, KPMG und Hofer, jedoch nichts Neues, keine Unternehmen, die ich nicht schon von anderen Messen gekannt habe. Irgendwie fehlte mir die frische Brise.

Deswegen auf zum nächsten Programmpunkt:  „2.0 Fit für Job und Karriere? Die Marke ICH im Internet!“. Genau, was ich jetzt brauche. Falsch gedacht. Der Vortrag war sehr gut recherchiert und präsentiert, allerdings fand ich mich nicht recht in der Zielgruppe wieder. Forciert wurde vor allem Xing als Karrierenetzwerk, dessen Funktionen und was man damit erreichen kann. Nun, schließe niemals von dir auf andere, auch das hab ich gelernt, denn dem eifrigen, stenografieähnlichen Notizen meiner Sitznachbarn zufolge, ist Xing noch keine Selbstverständlichkeit im Social Web. Auch auf Twitter und Blogging wurde eingegangen. Als meine Gedanken nun schon bei den 20 % Rabatt bei Douglas hängengeblieben waren, fiel ein Schlagwort, das mir im Zusammenhang mit Karriere noch gar nicht in den Sinn gekommen ist. YouTube. Ein eigener YouTube-Kanal als Karrieresprungbrett? Für mich äußerst fraglich. Also wieder zurück zu Douglas und den nächsten Vortrag abwarten.

Nämlich „Karrierestrategien für Young Professionals“ mit Live-Coaching. Hier ging es vordergründig um Zielfindung – womit ich zum Glück keine Probleme habe. Das Live-Coaching erwies sich nun als eher langatmiger Dialog zwischen Referent und „Referierte“. Dies wurde meiner Ansicht nach noch unterstrichen durch die absolute Ziellosigkeit der Probandin. Auf die Frage, warum die Entscheidung auf das Studium BWL fiel, keine Antwort. Ebenso wenig Antwort zum Thema, was denn die Fächer wären, die sie am meisten interessieren würden. Und schon wieder der Klang in meinen Ohren: Schließe niemals von dir auf andere.

Daraufhin gönnte ich mir noch einen Kaffee in der Karrierelounge und verbrachte den späten Nachmittag bei -20 % und Douglas.

Fazit: Das Karrierforum bietet ausgezeichnete Möglichkeiten, mit großen Unternehmen der Industrie in Kontakt zu treten, und das etwas ungezwungener als im klassischen Bewerbungsgespräch. Die Vorträge waren gelungen präsentiert und recherchiert, jedoch für mich nicht ganz passend. Aja, und der Mittagstisch im „Josef“ fiel auch eher bescheiden aus, was wohl der Kellnerin lag, die wohl auch ein Coaching nötig hätte.

War jemand von euch im Karriereforum vertreten? Vor allem würde mich interessieren, was ihr von YouTube als zusätzlichen Karriere-Kanal hält!

Liebe Grüße & ein schönes Wochenende!

Kathi

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